Tegueste

Tegueste ist ein beschauliches Städtchen im Nordosten der Kanareninsel Teneriffa. Benannt wurde der Ort nach dem Guanchen-Prinzen Tegueste, Sohn des Guanchen-Königs Tinerfe, welcher wiederum namensgebend für die gesamte Insel Teneriffa war. Das Erbe der Guanchen, die lange vor den Spaniern das kanarische Eiland besiedelten, ist in Tegueste besonders lebendig. Der Ort ist berühmt dafür, dass hier die altkanarischen Traditionen liebevoll gepflegt werden. So hat Tegueste als eine der ersten Ortschaft auf Teneriffa nach dem Ende der Franco-Dikatur die althergebrachte Ringkampfform „Lucha Canaria“ wieder eingeführt. Franco hatte während seiner Herrschaft alle nicht-spanischen Bräuche auf Teneriffa und den übrigen Kanaren verboten. Heute gehört der Lucha Canaria zum Kulturerbe der kanarischen Inseln und wird an den Wochenenden insbesondere in Tegueste mit Leidenschaft betrieben. Zeugnis für die Beliebtheit des alten Guanchensports in dem Städtchen ist ein großes Bronzedenkmal an der Hauptstraße TF 13 direkt am Ortseingang, das zwei Luchadores (Ringer) beim Ringkampf zeigt.

Städtebaulich betrachtet ist Tegueste ein klassisches Straßendorf, das sich entlang einer großen Hauptstraße entwickelt hat. Den Ortskern bildet der Marktplatz, die Plaza San Marcos mit der dreischiffigen Kirche Iglesia San Marcos. Der Kirche gegenüber befindet sich das Ayuntamiento, das Rathaus von Tegeste, mit seinem ausladenden Holzbalkon über dem Portal. Neben diesen Hauptattraktionen des Ortes sind die hübschen Häuserfassaden im kanarischen Baustil mit Holzbalkonen und gepflegten Vorgärten beliebte Motive für die Urlaubsfotos.

Die Plaza San Marcos ist als Mittelpunkt des Städtchens Anziehungspunkt für Jung und Alt. Von Palmen beschattet sitzt man hier auf bequemen Sitzbänken und genießt das Leben. Der Marktplatz ist zudem die erste Anlaufstelle für die Besucher der regionalen Märkten und der zahlreichen Fiestas, die in Tegueste stattfinden. Das Wahrzeichen des Ortes, die Iglesia San Marcos, wurde 1530 errichtet. Ihr beeindruckender Glockenturm besteht zum Teil aus schwarzem Vulkangestein, das einen reizvollen Kontrast zum weißen Verputz der Kirche bildet.
Während das Äußere an den traditionellen Inselbaustil anknüpft, wird das Kircheninnere vom spanisch-maurischen Mudejarstil dominiert, der die Kassettendecken der Iglesia gestaltet. Kunsthistorisch interessant ist auch eine Statue des Heiligen Andreas (17. Jahrhundert), die zu den Kunstschätzen von Tegueste gehört.

Gerade im letzten Jahrzehnt hat sich der Ort zu einem beliebten Wohngebiet inklusive Bauboom entwickelt. Seine neu gebauten Vororte reichen inzwischen schon fast bis zum etwa 2 km entfernten, westlich von Tegueste liegenden Dorf Tejina de Isora heran. Grund für die steigende Beliebtheit ist die angenehme Lage, da Tegueste im Norden nahe der Kühlung spendenden Kiefernwäldchen des Bosque de las Mercedes liegt.