Güimar

An der Südostküste von Teneriffa liegt einer der ältesten Orte der Insel. Güimar ist eine kleine Gemeinde, die lange Zeit touristisch völlig bedeutungslos war. Dies änderte sich erst 1991 mit der Entdeckung der sogenannten Güimar-Pyramiden durch den norwegischen Archäologen Thor Heyerdahl. Seit dieser Zeit gehört Güimar zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Teneriffas.

Güimar liegt nur etwa 20 Kilometer entfernt von der Inselhauptstadt Santa Cruz und ist mit dem Auto über die Autostrada Sur zu erreichen. Ein regelmäßiger Busverkehr bringt Reisende in den Ort. Der nächstgelegene Flughafen ist der Reina Sofia im Süden von Teneriffa. Ein kleiner Hafen steht den Touristen ebenfalls zur Verfügung.

Der etwa 800 Meter lange und 34 Meter breite Strand besteht aus dem für Teneriffa typischen schwarzen, sehr grob körnigem Sand. Im kleinen Hafen können Reisende landestypische Gerichte in den vielen kleinen Restaurants genießen. Fangfrischer Fisch ist auf jeder Speisekarte zu finden.

Zu den Sehenswürdigkeiten Güimars gehören die beiden aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kirchen und weitere traditionelle Bauwerke ist typischen Teneriffa-Stil. Die bekannteste Sehenswürdigkeit sind jedoch die sogenannten Pyramiden. Wer allerdings bei dem Namen an die Pyramiden in Ägypten denkt, wird eine Enttäuschung erleben. Auf einem großen Gelände in der Nähe des Ortes stehen sechs von ehemals neun sehr gut erhaltenen, etwas haushohen Terrassenbauten aus losen Lavasteinen. Ihre Entstehungszeit ist wissenschaftlich auf das 19. Jahrhundert datiert, ihre einstige Bestimmung ist bisher nicht geklärt. Heyerdahl hatte dieses Bauten als Pyramiden deklariert und durch ihre Lage eine astronomische Verbindung zum Stand der Sonne hergestellt. Die Einwohner hielten die Steinbauten für einfache Aufschichtungen, die beim Bestellen der Felder durch die Einwohner aufgetürmt wurden. Die Thesen von Heyerdahl sind nach heutigem Wissensstand widerlegt, dennoch ranken sich nach wie vor viele Legenden um die Terrassenbauten. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch vor allem des angeschlossenen Museums, das über die Forschungsergebnisse informiert. Eine Ausstellung über die Reisen und das Wirken von Thor Heyerdahl würdigt die Arbeit des norwegischen Wissenschaftlers, der lange Zeit seinen Wohnsitz auf Teneriffa hatte.

Neben den Pyramiden hat Güimar ganz in der Nähe ein großes Lavafeld zu bieten. Das für Teneriffa charakteristische Feld ist wegen seines besonderen Reliefs sehenswert und auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten. Eine große Anzahl von Pflanzen und Tieren lassen sich hier beobachten. Die Umgebung von Güimar lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Spektakulär ist der Wanderweg Laderas de Güimar, der in 800 Metern Höhe entlang der Wasserkanäle der Insel führt und etwa zwei Stunden dauert.