Geschichte

Wie auf allen Kanarischen Inseln lebten auf Teneriffa ursprünglich die Guanchen. Über diese Ureinwohner der Kanaren ist sehr wenig bekannt, es wird vermutet, dass sie die Inseln von der Sahara aus besiedelten. Die Europäer entdeckten die Inseln wahrscheinlich bereits in der Antike, sie gerieten jedoch wieder in Vergessenheit. Erst im Jahr 1341 wurde Teneriffa von den Portugiesen neu entdeckt. Im 15. Jahrhundert landeten die Spanier auf den Kanaren und führten blutige Schlachten gegen die Guanchen, die sich lange Zeit erfolgreich zur Wehr setzten. Teneriffa widerstand den spanischen Eroberern am längsten, noch im Jahre 1494 gewannen die Guanchen bei La Matanza eine Schlacht gegen Alonso de Lugo. Im Dezember 1495 unterwarf de Lugo die Guanchen bei La Victoria de Acentejo. Teneriffa und alle anderen Kanarischen Inseln wurden spanische Provinzen, die erste Hauptstadt Teneriffas war La Laguna. Hier wurde 1792 auch die erste Universität der Kanaren gegründet. Die überlebenden Guanchen vermischten sich mit den Spaniern und sind heute als eigenständiges Volk verschwunden.

Teneriffa erlebte als Station zwischen dem spanischen Festland und den Kolonien schnell eine wirtschaftliche Blütezeit. In den Jahren 1657 und 1706 versuchten die Engländer, die Insel zu erobern, blieben aber erfolglos. 1797 verlor der englische Admiral Nelson bei einem erneuten Eroberungsversuch nicht nur die Schlacht, sondern auch seinen Arm. Alexander von Humboldt stattete der Insel 1799 einen Besuch ab. Im Jahr 1827 erhielt die Insel eine neue Hauptstadt, das bereits 1494 gegründete Santa Cruz de Tenerife.

Im 20. Jahrhundert war Teneriffa Ausgangspunkt des Spanischen Bürgerkrieges, Franco startete 1936 von hier aus seinen Putsch gegen die spanische Republik. Von Bürgerkrieg selbst blieb die Insel verschont, allerdings hatte sie während der Diktatur wirtschaftlich stark zu leiden. Mit den 1960er Jahren nahm der Tourismus auf den Kanaren rapide zu und bescherte Teneriffa einen wirtschaftlichen Aufschwung. In den 70er Jahren wurde Teneriffa Schauplatz der bis heute größten Flugzeugkatastrophe. Auf dem Flughafen Los Rodeos stießen am 27. 3. 1977 zwei Flugzeuge zusammen, das Unglück forderte 583 Todesopfer.

Die Kanarischen Inseln wurden 1982 von Spanien zum autonomen Gebiet erklärt und verwalten sich seither zum größten Teil selbst. Die Autonome Gemeinschaft Kanarische Inseln hat zwei Hauptstädte, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria. Beide Städte wechseln sich als Regierungssitz ab.