Dia de la Cruz

Die kanarischen Inseln sind reich an Traditionen und religiösen Feierlichkeiten, der unbestrittene Höhepunkt im Frühjahr ist dabei der Dia de la Cruz. Dabei verschmelzen religiöse Verehrung und weltliches Kräftemessen in erstaunlicher Weise. Aber das ist nicht die einzige Besonderheit des „Tag des Kreuzes“.

Die Besonderheiten des Dia de la Cruz
Jedes Jahr, pünktlich am 3. Mai, putzen sich zahlreiche Städte und Gemeinden auf Teneriffa heraus um gemeinsam den Dia de la Cruz zu begehen. Als sehr junge Tradition, regelmäßige christliche Feierlichkeiten breiteten sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts aus, verschmelzen religiöse und weltliche Elemente, die auf unterschiedliche Weise zelebriert werden. Seine christliche Komponente erhalten die Feierlichkeiten durch das Schmücken der Straßen und Kirchen mit bunt verzierten Kreuzen. Dabei buhlen die Bewohner darum, wer das beste, schönste oder kostbarste Kreuz sein Eigen nennen kann. Erlaubt ist fast alles, von aufwändigen Papier- und Stoffverzierungen bis hin zu wertvollem Zirat aus Gold- und Silberschmuck. Hunderte Kreuze schmücken das Stadtbild und werden im Rahmen von Prozessionen durch die Straßen getragen. Dazu gehört auch, dass während der Prozession verschiedene Mayos auf Balkonen und Dachterrassen auftauchen. Diese häufig grotesken Puppen dienen der Darstellung verschiedener Szenen, wobei damit selten religiöse Motive in Verbindung gebracht werden. Vielmehr geht es um die Darstellung von traditionellem Leben oder aktuellen Ereignissen. Somit verschwimmt bereits hier die Grenze zwischen christlichen Lehren und weltlichen Einflüssen. Den Höhepunkt erreichen die Feierlichkeiten allerdings erst am Abend mit dem traditionellen Feuerwerk. Dabei geht es nicht nur um die Ehrung des „Heiligen Kreuzes“, sondern häufig auch um ein Kräftemessen zwischen verschiedenen Gruppen oder Gemeinden. Traditionell starten die großen Feuerwerksspektakel um 22:00 und ziehen sich häufig über mehrere Stunden hinweg. Als Veranstalter treten oft engagierte Bewohner verschiedener Straßenzüge auf, die gemeinsam das beeindruckendste Schauspiel an den Nachthimmel zeichnen möchten um Mitkonkurrenten in den Schatten zu stellen. Über die Kosten wird geflissentlichen geschwiegen, in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel.

Warum der Dia de la Cruz nicht überall gefeiert wird
Traditionell wird der Tag des Kreuzes in all jenen Orten zelebriert, die den Teil „Cruz“ im Namen tragen. Da auf Teneriffa aber gerne gefeiert wird reicht es auch, wenn ein einzelner Stadtteil oder auch nur ein Straßenzug den Namensteil „Cruz“ trägt – aus Gründen der Kollegialität unterstützt natürlich die ganze Stadt die Feierlichkeiten. Deshalb wird der 3. Mai mittlerweile in fast jeder Gemeinde auf Teneriffa in angemessener Weise begangen und sorgt damit auch für einen der ersten Höhepunkte im Frühjahr.