Fiestas, Religion und Kirche

Teneriffa ist überwiegend römisch-katholisch. Die Religion wurde im 15. Jahrhundert von den spanischen Eroberern eingeführt. Jedoch gibt es mit der Jungfrau von Candelaria, der Schutzheiligen von Teneriffa, ein Verbindungsglied zur Religion der Gaunchen, der Ureinwohner der Insel. Der Legende nach wurde eine Statue der Jungfrau bereits im 14. Jahrhundert, 100 Jahre vor der Einnahme durch die Spanier, von Viehhirten am Strand von Güímar gefunden. Die Statue, offenbar eine von christlichen Missionaren zurückgelassene mittelalterliche Mariendarstellung, soll Wunder bewirkt haben und wurde von den Guanchen zunächst als Chaxiraxi, die Muttergottheit ihrer angestammten Religion verehrt. Im Zuge der Überschreibung der indigenen Kultur mit der der spanischen Eroberer wurde die Identität der Statue korrigiert. Um die Jungfrau bildete sich ein lebendiger katholischer Marienkult, der jedoch durch die ursprüngliche Identifikation mit Chaxiraxi auch Anknüpfungspunkte an die Religion der Guanchen besitzt. Zu Ehren der Jungfrau von Candelaria werden zwei Fiestas gefeiert.

Procesión de Las Candelas
Mit der eher stillen Prozession wird des Erscheinens der Jungfrau auf der Insel gedacht. In der Nacht auf den 2. Februar ziehen betende Gläubige durch die Gassen der dunklen Innenstadt von Candelaria.

Fiesta de la Candelaria
Das pompöse Fest findet am 14. und 15. August statt. Am 14. August wird vor der Basilika in Candelaria in einem Laienspiel der Fund der Jungfrauenstatue nachgestellt. Ein großes Feuerwerk und viele Tanzveranstaltungen machen den Abend zu einem rauschenden Fest für Inselbewohner und Besucher. Am 15. August findet eine beeindruckende Prozession statt, an der sich Abgesandte aus ganz Teneriffa, Pilger von anderen Inseln des Archipels, Würdenträger der Insel und sogar Angehörige des spanisches Königshauses beteiligen.

Carneval von Santa Cruz
Das größte Fest auf Teneriffa ist ohne Zweifel der Karneval. Alljährlich im Februar wird er in der Inselhauptstadt Santa Cruz gefeiert, aber auch in Puerto de la Cruz, Icod de los Vinos, Los Cristianos und anderen Gemeinden. Zu Recht gilt er als kleine europäische Schwester des legendären Karnevals von Rio. Eine Woche lang regiert hier die Karnevalskönigin. Alle Regeln werden außer Kraft gesetzt, die Nacht zum Tag gemacht, getanzt, bis es nicht mehr gehen will, mit phantastischen und provozierenden Kostümen der Sinnenfreude Tür und Tor geöffnet und mit respektlosem Musiktheater, den sogenannten Murgas, und parodistischen Prozessionen Kirche, Staat und alles, was normalerweise heilig ist, verspottet. Der Karneval endet am Aschermittwoch mit dem Begräbnis der Sardine. Unter den Segnungen falscher Päpste, Bischöfe und Nonnen wird in einem skurillen Begräbniszug eine riesige Sardine aus Pappmaschee durch die mit Trauerdekoration geschmückten Straßen von Santa Cruz getragen und schließlich verbrannt.